Zur Übersicht

Wieso ist Beratung in Energie und Gebäudetechnik wertstiftend?

Gute Lösungen kommen vor allem dann zu Stande, wenn Lösungen aus einer Gesamtsicht gesucht werden. Dies insbesondere in einer frühen Phase. Einerseits sind Wärme und Kälte integral zu betrachten und Synergien zwischen den beiden Nutzungen zu suchen. Andererseits müssen die notwendigen Komfortansprüche in einer frühen Phase genau definiert werden. Die grosse Kunst ist es, Überdimensionierungen zu vermeiden, welche meist ökologisch und wirtschaftlich negative Folgen haben.

Eins und eins gibt drei, wenn ein ganzes Areal oder gar ein Quartier betrachtet wird, kommen oft Lösungen zustande, welche mehr Nutzen für alle Beteiligte stiften. Beispielsweise können intelligente Lösungen mit Abwärmenutzung aus Abwasser, Abfall oder Kälteproduktion entwickelt werden. Abwärme von einzelnen Produzenten werden nicht einfach an die Umwelt abgegeben und damit verschwendet, solange es noch Verbraucher im Areal hat, welche diese Wärme brauchen könnten. Um Areallösungen zu fördern, sind Inputs zuhanden der Energieplanung hilfreich.

Aber wir müssen uns bewusst sein, die richtige technische Lösung alleine sichert noch keinen Erfolg. Potentielle Kunden müssen mit potentiellen Akteuren und allfälligen Betreibern zusammengebracht werden. Bei baufeldübergreifenden Energieverbünden bietet es sich an, Akteure (z.B. Contractoren oder Fernwärmebetreiber) zu evaluieren und bei der Projektentwicklung zu unterstützen. Faire und klare Verträge sind wichtige Erfolgsfaktoren. 

Auch auf Stufe eines einzelnen Gebäudes sind Gesamtbetrachtungen wichtig. Es ist eine Herausforderung und braucht viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl, die Balance zwischen den Interessen der verschiedenen Beteiligten zu finden. Häufig sind langfristig gute Lösungen, welche wirtschaftlich und ökologisch Sinn machen, mit höheren Anfangsinvestitionen verbunden. Kreative Lösungen sind dabei genauso gefragt, wie der Mut und die Einsicht der Nutzer, Investitionsentscheide zu treffen, um mittelfristig aber dafür nachhaltig profitieren zu können.

Zum Beispiel kann es sein, dass eine geringfügige Erweiterung des Grundausbaus die Kosten für den Mieterausbau drastisch senkt und vereinfacht. Besonders spannend wird es, wenn gleichzeitig der Komfort erhöht wird. Dies führt zu einer einfacheren Vermietbarkeit und einer verbesserten Wirtschaftlichkeit. Wenn Vermarkter beim Beschrieb der Gebäudetechnik für Mietobjekte kommunikativ unterstützt werden, wird sichergestellt, dass der Nutzen, aber auch die Möglichkeiten und Grenzen der gebäudetechnischen Lösung vom Mieter verstanden wird und keine falschen Erwartungen geweckt werden.

Innovative Konzepte brauchen in der Umsetzung eine kritische Begleitung, um die Qualität sicher zu stellen. Im Betrieb schliesslich, vor allem in der Anfangsphase, gibt es immer Abweichungen zwischen den Wunschanforderungen und der Realität. Konzeptionelle Unterstützung zur Optimierung des Komforts und der Energieeffizienz sind notwendig.

Ob Neubau oder Sanierung, ob Einzelgebäude oder Areal; es kommt auf eine systematische Vorgehensweise an, welche für jede Phase und jede Aufgabenstellung die richtige Flughöhe annimmt. 

Christian Erb Leiter Energie und Gebäudetechnik